Neuigkeiten & Postionspapiere

Aktuell werden landwirtschaftliche Betriebe durch Bürokratie, Überregulierung und hohe Energiekosten in ihrer Entwicklung ausgebremst. Die Folge ist ein erheblicher Investitionsstau sowie unsichere Perspektiven für viele Junglandwirtinnen und Junglandwirte. Komplexe und praxisferne Bürokratie zählt zu den drei größten Belastungsfaktoren im Arbeitsalltag landwirtschaftlicher Betriebe. Gleichzeitig fehlt es an verlässlichen Zukunftsperspektiven für junge Unternehmerinnen und Unternehmer sowie für die Weiterentwicklung ländlicher Räume. Aber: Bürokratieabbau erfordert nicht nur politische Reformen, sondern auch Eigenverantwortung: Junge Landwirtinnen und Landwirte sind ebenso gefordert, ihre betrieblichen Bürostrukturen konsequent zu digitalisieren und moderne digitale Werkzeuge zu nutzen, um Verwaltungsprozesse effizienter und zukunftsfähig zu gestalten.

Folgende Aspekte fordert der Ring der Landjugend in Westfalen-Lippe zum Bürokratieabbau:

  1. Tierhaltung

• Deutlich schnellere Genehmigungsverfahren durch konsequenten Bürokratieabbau, Digitalisierung, verbindliche Fristen für Behörden und Ämter und eine Begrenzung kommunaler Ermessens- und Auslegungsspielräume

Erleichterte Investitionsförderung für Stallumbauten und -neubauten

• Finanzierung von mehr Tierwohl als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

• Bestandsschutz bestehender Anlagen gegenüber neuen gesetzlichen Anforderungen

• Vereinfachung und Harmonisierung der ITW- und QS-Audits.

2. Pflanzenbau

Mehr Verursachergerechtigkeit und risikobasierte Regelungen statt pauschalen Verboten

• Stärkung integrierter und digitaler Pflanzenschutzstrategien als praxisnahe Alternative zu Verboten

• Stopp von Wirkstoffverlusten im Pflanzenschutz, insbesondere durch verbesserte Forschung und schnellere Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland

• Rücknahme des Herbizid- und Insektizidverbots in Naturschutzgebieten

3. Kooperativer Naturschutz ohne Ordnungsrecht und Verbotspolitik

• die Überarbeitung des Eingriffs-Ausgleichs-Prinzips auf realistische Ausmaße

• kein zusätzlicher Ausgleich und Ersatz für Eingriffe im Sinne der Energiewende, um deren Umsetzung nicht weiter zu verzögern

• keine Ausweisung von neuen Schutzgebieten. In bestehenden Schutzgebieten mehr Qualität statt Quantität

• das Festhalten am kooperativen Vertragsnaturschutz

• die Freiwilligkeit und Kooperation als Maßstab für alle Moorwiederherstellungsmaßnahmen

4. Klimaschutz/Klimaanpassung und erneuerbare Energien

• den weiteren konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien

• die Förderung von Züchtung und Forschung, sowie resilienten Anbausystemen zur Klimapassung in der Landwirtschaft

• die Honorierung von ackerbaulichen Maßnahmen mit dem Ziel der CO2-Speicherung

• die Steuerbefreiung von biogenen Treibstoffen zur Unterstützung regionaler Wertschöpfungsketten

5. Ländlicher Raum als Wirtschaftsfaktor

• die verstärkte Förderung von Junglandwirten zur Existenzgründung, Hofnachfolge und Innovationsbereitschaft

• die gesetzliche Verankerung von Mutterschutz für landwirtschaftliche Unternehmerinnen